14 Tipps, um das Textverständnis zu verbessern

Ein gutes Textverständnis ist die Basis für erfolgreiches Lesen. Durch ein erhöhtes Textverständnis fällt es Ihnen wesentlich leichter, den Inhalt eines Buches zu behalten, zusammenzufassen und anzuwenden. Daher werden in diesem Artikel 14 praktische Tipps beschrieben, um das Textverständnis zu steigern.

1. Wortschatz erweitern

Die Grundvoraussetzung für ein gutes Textverständnis ist ein ausreichend großer Wortschatz. Daher sollten Sie alle Wörter im Buch anstreichen oder aufschreiben, welche Sie nicht genau verstehen. Anschließend können Sie die Bedeutung dieser Wörter nachschlagen und notieren. Dabei ist es hilfreich sich ein Notizbuch anzulegen, in welches Sie alle unbekannten Wörter mit der entsprechenden Bedeutung schreiben. Dieses Notizbuch dient quasi als Vokabelheft für Ihre eigene Sprache. So können Sie die unbekannten Wörter leicht nachschlagen und mithilfe der verteilten Wiederholung ins Langzeitgedächtnis bringen. Zusätzliche Methoden zur Erweiterung Ihres Wortschatzes finden Sie hier.

Neben der Erweiterung des Grundwortschatzes ist es besonders wichtig, die Fachbegriffe des Buches zu kennen. Daher sollten Sie bereits vor dem Lesen des Buches die Fachbegriffe des Themengebietes lernen. Achten Sie dann beim Lesen darauf, wie der Autor diese Fachbegriffe definiert und verwendet.

Eine großer Wortschatz führt zu einer Verbesserung des Textverständnis

2. Ins Themengebiet einarbeiten

Nachdem Sie die Fachbegriffe des Themengebietes gelernt haben, sollten Sie sich etwas tiefer ins Themengebiet einarbeiten. Dazu können Sie beispielsweise Artikel, Videos und andere Bücher zu dem Thema verwenden. Anschließend sollten Sie eine Mind-Map erstellen, in welcher Sie Ihr Vorwissen zu dem Thema festhalten. Dieses Vorwissen können Sie dann nutzen, um die neuen Informationen beim Lesen des Buches mit dem bereits Bekannten zu verknüpfen. Dadurch wird es Ihnen leichter fallen, das Gelesene zu verstehen und zu behalten. Außerdem können Sie nach dem Lesen des Buches anhand der Mind-Map mit Ihrem Vorwissen sehen, was Sie durch das Buch dazugelernt haben.

3. Informationen über den Autor sammeln

Zum besseren Verständnis des Buches ist es hilfreich, zunächst einige Informationen zum Autor zu sammeln. Dazu können Sie unter anderem den Informationstext über den Autor im Buch nutzen. Finden Sie dabei heraus, zu welcher Zeit und an welchem Ort das Buch geschrieben wurde. Zudem sollten Sie sich anschauen, welche anderen Bücher der Autor veröffentlicht hat. Besonders wichtig ist es dabei herauszufinden, aus welchem Grund der Autor das Buch geschrieben hat und was seine Intention ist. Dies beschreiben die meisten Autoren in der Einleitung des Buches. Mithilfe dieser Informationen wird es Ihnen leichter fallen, den Inhalt des Buches einzuordnen und sich gegebenenfalls in den Autor hineinzuversetzen.

4. Überblick verschaffen

Bevor Sie mit dem Lesen des Buches beginnen, sollten Sie sich zuerst einen Überblick verschaffen, um einen Eindruck vom Inhalt und Aufbau des Buches zu bekommen. Dazu sollten Sie zunächst folgende Teile des Buches überfliegen:

  • Titelseite und Rückseite des Buches
  • Inhaltsverzeichnis
  • Index
  • Zentrale Kapitel und Zusammenfassungen dieser Kapitel
  • Vorwort und Fazit am Ende des Buches

5. Fragen an das Buch formulieren

Nachdem Sie sich einen Überblick verschafft haben, sollten Sie einige Fragen formulieren, deren Beantwortung Sie sich durch das Buch erhoffen. Dadurch sind Sie motivierter, das Buch zu lesen, und wissen gleichzeitig, worauf Sie beim Lesen des Buches achten sollen. Notieren Sie sich während des Lesens alle Informationen, die zur Beantwortung Ihrer Fragen hilfreich sind. Falls Sie nach dem Lesen noch offene Fragen haben, sollten Sie diese in anderen Quellen nachschlagen.

Bild einer Frau, welche Fragen an ein Buch formuliert

6. Leseziel festlegen

Zur Motivation sollten Sie sich ein konkretes Leseziel setzen. Stellen Sie sich daher die Frage, warum Sie das Buch lesen. Setzen Sie sich spezifische Ziele, die Sie durch das Lesen bzw. Anwenden des Buches erreichen wollen. Dabei sollten Sie unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Lesen Sie das Buch für Informationen oder Verständnis?
  • Was möchten Sie aus dem Buch lernen?
  • Was möchten Sie anwenden?

Zudem können Sie sich ein Projekt suchen, welches Sie mithilfe des Buches umsetzen wollen. Wenn Sie beispielsweise ein Buch über Java-Programmierung lesen, können Sie versuchen mithilfe des Buches ein „Jump and Run“-Spiel in Java zu entwickeln.

So gehen Sie beim Lesen des Buches zielgerichteter und effizienter vor. Dies erhöht Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Textverständnis sowie Ihr Erinnerungsvermögen.

7. Lesegeschwindigkeit anpassen

Damit Sie ein Buch richtig verstehen, sollten Sie Ihre Lesegeschwindigkeit an den Lesestoff anpassen. Lesen Sie kein Buch langsamer, als es verdient, und kein Buch so schnell, dass Sie es nicht mehr verstehen. Das richtige Lesetempo ist abhängig von der Art und dem Aufbau des Buches sowie dem Schreibstil des Autors. Zudem sollten Sie Ihre Lesegeschwindigkeit auch während des Lesens eines Buches variieren. So ist es zum Beispiel sinnvoll, Definitionen und Kernaussagen genauer zu lesen als Beispiele.

Bild eines Jungen, der aufmerksam ein Buch liest

8. Gelesenes visualisieren

Eine effektive Möglichkeit zur Verbesserung des Textverständnisses besteht darin, das Gelesene zu visualisieren. Besonders bei Geschichten und Beispielen ist es sinnvoll, sich diese bildlich vorzustellen. Aber auch bei Konzepten oder Erklärungen kann eine Veranschaulichung zu einem besseren Verständnis beitragen. Dazu können Sie sich beispielsweise die einzelnen Komponenten vorstellen und anschließend die Verbindungen und Interaktionen zwischen den Komponenten visualisieren. Auf diese Weise ist es auch möglich, sich den Ablauf eines Prozesses zu visualisieren. Nutzen Sie dabei zusätzliche Sinneseindrücke, wie Geräusche oder Gerüche, um Ihre Vorstellung noch deutlicher und einprägsamer zu gestalten. Falls es Ihnen schwerfällt, dies im Kopf zu visualisieren, können Sie auch eine Zeichnung auf Papier erstellen.

9. Gelesenes hinterfragen und reflektieren

Eine der wertvollsten Lesetechniken besteht darin, das Gelesene zu hinterfragen und zu reflektieren. Dazu sollten Sie das Gelesene spätestens am Ende einer Leseeinheit auf seine Richtigkeit überprüfen. Fragen Sie sich, in welchen Teilen die Aussagen des Autors wahr oder falsch sind. Gegebenenfalls können Sie dafür auch zusätzliche Quellen nutzen und die Aussagen des Autors mit anderen Autoren vergleichen.

Außerdem sollten Sie über das Gelesene nachdenken. Versuchen Sie den Inhalt zu reproduzieren, indem Sie sich die wichtigsten Punkte in Erinnerung rufen und sich diese selbst erklären. Dabei können Sie den Inhalt des Buches auch mit Ihrem eigenen Wissen verknüpfen. Falls Sie bestimmte Dinge vergessen haben, können Sie diese im Buch nachschlagen. So steigern Sie sowohl Ihre Erinnerungsleistung als auch Ihr Textverständnis. Anschließend sollten Sie eigene Beispiele, Ideen und Anwendungsmöglichkeiten zu dem Gelesenen finden und notieren.

Eine Reflexion des Gelesenen verbessert das Textverständnis

10. Ausreichend Pausen einlegen

Bei langen Leseeinheiten ist es wichtig, regelmäßige Pausen einzulegen. Dadurch können Sie insgesamt über einen langen Zeitraum lesen, ohne dabei die Konzentration zu verlieren. Beispielsweise bietet es sich an, alle 45-90 Minuten eine 5-10-minütige Pause zu machen. Allerdings sollten Sie die Dauer der Leseeinheiten und Pausen an Ihre eigenen Bedürfnisse sowie an den Lesestoff anpassen.

11. Konzentrationsfähigkeit trainieren

Zusätzlich zum Einlegen regelmäßiger Pausen ist es auch möglich, die allgemeine Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Dadurch benötigen Sie weniger Pausen, sodass Sie die Dauer der einzelnen Leseeinheiten verlängern können. Zum Training der Konzentrationsfähigkeit eignen sich unter anderem Meditationstechniken. Dabei versuchen Sie, über einen bestimmten Zeitraum entweder an eine einzige Sache oder an nichts zu denken. So lernen Sie ablenkende Gedanken zu ignorieren, sodass Sie Ihre Aufmerksamkeit länger und intensiver auf eine bestimmte Tätigkeit richten können.

12. Syntopisches Lesen

Eine sehr effektive Methode zur Steigerung des Textverständnisses ist das syntopische Lesen, wobei Sie mehrere Bücher zu einem Themengebiet gleichzeitig lesen. Dadurch bekommen Sie unterschiedliche Meinungen und Perspektiven zum gleichen Thema, welche Sie dann miteinander vergleichen und verbinden können. Außerdem erhalten Sie ein breiteres Wissen zu dem Themengebiet, sodass Ihr Textverständnis steigt und Sie die Richtigkeit des Gelesenen besser bewerten können. Gleichzeitig können Sie Verbindungen zwischen verschiedenen Textstellen aus unterschiedlichen Büchern herstellen. So lesen Sie beispielsweise mehrere Erklärungen und Beispiele für ein Konzept von verschiedenen Autoren. Weitere Informationen zum syntopischen Lesen finden Sie im Buchreview: How to read a book von Mortimer J. Adler.

Link zum Workbook zur Steigerung des Textverständnis

13. Das Buch richtig markieren

Durch das Markieren des Buches fragen Sie sich automatisch beim Lesen immer, was von dem gerade Gelesenen wichtig oder relevant ist. Dies erhöht Ihr Textverständnis und hilft Ihnen gleichzeitig dabei das Wesentliche herauszufiltern und zu behalten. Dazu sollten Sie beispielsweise die wichtigsten Textstellen hervorheben, Schlüsselwörter umkreisen und den Seitenrand oder ein Notizbuch für Ihre Notizen verwenden. Weitere Tipps zum Erstellen von Markierungen und Notizen erfahren Sie hier.

14. Buch zusammenfassen

Nutzen Sie nach dem Lesen des Buches Ihre Markierungen und Notizen zur Erstellung einer Zusammenfassung des Buches. Dabei sollten Sie idealerweise eine anschauliche Darstellungsform verwenden. Beispielsweise bieten sich Mind-Maps, Concept-Maps sowie Diagramme & Schaubilder an. Bei komplexen Inhalten ist es zudem sinnvoll, diese Abbildungen mit der Feynman-Technik zu kombinieren. Dadurch steigern Sie Ihr Textverständnis, da Sie über das Gelesene nachdenken und es in eine neue Darstellungsform bringen bzw. es in eigenen Worten umformulieren. Zusätzlich dazu können Sie die Zusammenfassung in Ihre Wissenssammlung einpflegen und mithilfe der verteilten Wiederholung ins Langzeitgedächtnis bringen.

Das könnte Sie auch interessieren …

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.