Buchreview: So lernen Sieger von Dr. Gunther Karsten

In dem Buch „So lernen Sieger: Die 50 besten Lerntipps“ beschreibt Dr. Gunther Karsten 50 anwendbare Lerntipps. Das Buch gliedert sich in die fünf zentralen Lernbereiche Forschungserkenntnisse, Mentalfaktoren, Lernmethoden, Gedächtnistechniken und Lernoptimierung. Zu jedem dieser fünf Bereiche werden jeweils zehn konkrete Tipps vorgestellt. Am Ende kann man seinen eigenen Lern-Quotienten bestimmen, indem man bei jedem Tipp auf einer Skala von 0-10 bewertet, wie sehr man diesen Tipp nutzt.

Cover des Buches "So lernen Sieger" von Dr. Gunther Karsten
Cover des Buches „So lernen Sieger: Die 50 besten Lerntipps“ von Dr. Gunther Karsten

In dieser Buchrezension zu „So lernen Sieger“ stelle ich zu jedem der fünf Lernbereiche den meiner Meinung nach besten Tipp vor.

Forschung – Priming-Effekt: Einstimmen auf den Lernstoff

Vor dem Lernen sollten Sie Ihr Gehirn auf den Lernstoff einstimmen, indem Sie sich einen Überblick über das Thema und den Lernstoff verschaffen. Zudem sollten Sie Ihr Vorwissen zu dem Thema aktivieren. Dies können Sie beispielsweise durch die Erstellung einer Mind-Map machen. Notieren Sie außerdem ein paar Fragen, deren Beantwortung Sie sich von dem Lernstoff erhoffen. Dadurch werden Sie von dem Lernstoff deutlich mehr aufnehmen und behalten, da Sie Verknüpfungen zwischen den neuen Informationen und Ihrem Vorwissen herstellen können und genau wissen, wonach Sie suchen.

Mentalfaktoren – Wiederholen ist die Mutter des Studierens

Die Wiederholung des Lernstoffs ist essenziell, um diesen langfristig zu behalten. Allerdings sollten Sie dabei den Lernstoff nicht nur passiv durchgehen, sondern vorher aktiv testen, was Sie von dem Lernstoff noch wissen. Beim Wiederholen von Vokabeln sollten Sie beispielsweise bei jeder Vokabel überlegen, ob Sie die Übersetzung noch wissen. Wenn Sie einen Text oder eine Zusammenfassung wiederholen wollen, sollten Sie davor alles aufschreiben, woran Sie sich noch erinnern. Die Informationen, an die Sie sich nicht erinnern konnten, sollten Sie nochmal aktiv abspeichern. Außerdem sind die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Wiederholungseinheiten entscheidend. Dazu wird folgendes Wiederholungsschema nach der erstmaligen Informationsaufnahme empfohlen: nach einigen Sekunden, nach 30 Minuten, nach zwei Stunden, nach einem Tag, nach einer Woche, nach einem Monat, nach drei Monaten und nach einem halben Jahr.

Lernmethoden – Mit Marker-Methode zum Merker

Beim Lesen eines Textes ist es sinnvoll, wichtige Textstellen zu markieren, um die Wiederholung zu erleichtern. Außerdem verstehen Sie den Text so besser, da Sie sich immer fragen, ob diese Textstelle wichtig oder relevant ist. Sie sollten jedoch sparsam und nur das wirklich Wichtige markieren, da der Effekt sonst seine Wirkung verliert. Wenn Sie beim Durchlesen des Textes das Gefühl haben fast alles markieren zu müssen, sollten Sie den Text erst beim zweiten Durchgang markieren. Zudem sollten Sie keine ganzen Sätze markieren, wenn nur Teile des Satzes relevant sind. Markieren Sie dann nur die entscheidenden Satzabschnitte, sodass diese möglichst einen Kurzsatz bilden. Sie können Ihre Markierungen auch durch Randbemerkungen und Symbole ergänzen. Am oberen oder unteren Rand sollten Sie immer das Wichtigste der jeweiligen Seite notieren und nach dem Lesen des Textes Ihre Markierungen und Bemerkungen nochmal durchgehen, um diese zusammenzufassen.

Gedächtnistechniken – Die Loci-Methode der antiken Redner

Mithilfe der Loci-Methode kann man Informationen jeglicher Art abspeichern und in der gleichen Reihenfolge wiedergeben. Dazu müssen Sie eine bekannte Route wählen und auf dieser markante Punkte in einer bestimmte Reihenfolge auswählen. Wenn Sie zum Beispiel eine Route in Ihrer Wohnung erstellen wollen, merken Sie sich in jedem Raum drei bis fünf Punkte im Uhrzeigersinn. Diese Punkte können ein Fernseher, ein Fenster, eine Dusche oder Ähnliches sein.

Mögliche Ankerpunkte zur Erstellung einer Route für die Loci-Methode.
Mögliche Ankerpunkte in einem Raum

Sobald Sie eine solche Route erstellt haben, sollten Sie üben, diese Route mit allen Routenpunkten im Geiste abzugehen. Dann können Sie Daten, Namen, Zahlen, Vokabeln oder Schlüsselwörter in der Route ablegen, indem Sie jede Information als mentales Bild mit einem Routenpunkt verknüpfen. Anschließend können Sie alle Informationen in der gleichen Reihenfolge wieder abrufen, indem Sie die Route abgehen und an jedem Routenpunkt die damit verknüpfte Information sehen.

Lernoptimierung – Dokumentiere dein Wissensniveau

Wenn Sie sich in ein Thema eingearbeitet und dieses verstanden haben, sollten Sie die wichtigsten Informationen nachvollziehbar aufschreiben. Dokumentieren Sie Ihr Wissen dabei in eigenen Worten und möglichst leicht verständlich. Notieren Sie außerdem noch offene Fragen und Verständnislücken, sodass Sie später einen Einstiegspunkt haben, wenn Sie noch tiefer in das Themengebiet eindringen wollen. Durch diese Zusammenfassung können Sie zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Sie möglicherweise Teile des Themas vergessen haben, schnell wieder auf den Höhepunkt Ihres Wissens zurückkehren. Zudem werden Ihnen bei der Erstellung der Dokumentation die Zusammenhänge noch klarer und durch die Wiederholung und Ausformulierung Ihres Wissens verankern Sie dieses stärker im Langzeitgedächtnis.

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Eine Antwort

  1. Felix sagt:

    Das Buch ist wirklich super. Ich bin so froh, dass ich darauf gestoßen bin. Insbesondere die Mentalfaktoren haben es mir angetan, weswegen wir diese auf unserer Webseite thematisiert haben. Ich würde mich freuen, wenn ihr mal einen Blick drauf werft: https://zeitmanagement-im-studium.de/lerntechniken-mentalfaktoren/
    Ich hoffe, dass ich damit jemandem weiterhelfen konnte 🙂

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